{"id":369,"date":"2015-08-22T19:39:33","date_gmt":"2015-08-22T17:39:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/?p=369"},"modified":"2015-08-23T15:17:37","modified_gmt":"2015-08-23T13:17:37","slug":"depression-teil-ii-seelische-unterdrueckung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/2015\/08\/depression-teil-ii-seelische-unterdrueckung\/","title":{"rendered":"Depression \u2013 Teil II \u2013 seelische Unterdr\u00fcckung"},"content":{"rendered":"<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><a href=\"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSCF4585.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-361\" src=\"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSCF4585.jpg\" alt=\"DSCF4585\" width=\"359\" height=\"280\" srcset=\"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSCF4585.jpg 2112w, https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSCF4585-300x234.jpg 300w, https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSCF4585-1024x800.jpg 1024w, https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSCF4585-624x487.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/a><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Bei einer Depression nehme ich auf der Gef\u00fchlsebene meiner Klienten einen oder mehrere der folgenden drei Aspekte wahr:<\/span><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Trauer, Traurigkeit oder seelischer Schmerz werden absichtlich unterdr\u00fcckt und verdr\u00e4ngt, bis sie nicht mehr gef\u00fchlt werden<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Schock, pl\u00f6tzlicher Verlust oder ein zu gro\u00dfer seelischer Schmerz haben sich als Trauma abgespalten und abgekapselt<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">unverarbeitete Ereignisse aus der Familie (transgenerative Traumata) \u00fcberfluten den inneren Raum einer Person<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Abneigung gegen das F\u00fchlen<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Traurigkeit, Weinen und Co ist nicht jedermanns Sache. <\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Oft besteht eine regelrechte Abneigung gegen\u00fcber solcher Emotionen, bis hin zur Unf\u00e4higkeit, sie \u00fcberhaupt noch f\u00fchlen zu k\u00f6nnen. Bei n\u00e4herer Untersuchung stellt sich immer wieder heraus, dass die Person selbst, in der Regel bereits als Kind oder sp\u00e4testens in der Pubert\u00e4t, entschieden hat, solche Gef\u00fchle nicht mehr f\u00fchlen zu wollen. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr k\u00f6nnen folgende sein:<\/span><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">es gab keinen Erwachsenen, der Trost geben konnte<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">das Kind wollte keinen zus\u00e4tzliche Belastung sein, denn es sp\u00fcrte, dass seine Eltern bereits genug belastet sind<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">schmerzhafte Gef\u00fchle waren dem Kind einfach zu unangenehm, weil es sehr sensibel ist und daher alles viel st\u00e4rker sp\u00fcrt<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">die Mitmenschen haben nicht auf \u201erichtige\u201c Weise getr\u00f6stet, nicht liebevoll oder nicht geduldig genug<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">das Kind konnte sp\u00fcren oder erleben, dass Weinen nicht erw\u00fcnscht war<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Traurigkeit und Tr\u00e4nen wurde als Schw\u00e4che oder als Peinlichkeit gewertet<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Haben wir erst einmal entschieden, nicht mehr f\u00fchlen zu wollen, dann werden wir im Laufe der Jahre immer besser darin. Die Gef\u00fchle existieren dann zwar noch, doch wir f\u00fchlen sie nicht mehr, weil wir einfach nicht mehr im Kontakt mit ihnen sind. Wir sind innerlich abgewandt, interessieren uns nicht daf\u00fcr, f\u00fchlen uns f\u00fcr unsere Gef\u00fchlswelt nicht verantwortlich, sind genervt, eher oberfl\u00e4chlich, unruhig und werden s\u00fcchtig danach, uns abzulenken. Es gibt jedoch immer wieder Ausl\u00f6ser, die unsere gut verdr\u00e4ngten Gef\u00fchle an die Oberfl\u00e4che schnellen lassen. V\u00f6llig unerwartet f\u00fchlen wir uns dann f\u00fcr einen Moment ganz furchtbar, bis wir uns wieder genug von uns selbst distanziert haben. Und wenn wir gefragt werden, was wir f\u00fchlen, dann sagen wir: alles bestens, mir geht\u2019s gut. Und genauso f\u00fchlt sich das dann auch an, denn der Zugang zum Gef\u00fchl ist einfach nicht mehr da. Viele unverarbeitete zusammengeballte Gef\u00fchlskn\u00e4ule liegen dann in unserem Inneren und werden als Schwere, Leblosigkeit, Last, Orientierungslosigkeit, Mangel an Vitalit\u00e4t und Entscheidungsunf\u00e4higkeit oder eben als sogenannte Depression in unserem Alltag erlebt. <\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Um diesen Zustand \u00e4ndern zu k\u00f6nnen, brauchen wir erst einmal eine Entscheidung, die sich ungef\u00e4hr so anh\u00f6ren k\u00f6nnte: <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Ich will wieder f\u00fchlen. <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Ich bin bereit, mich meiner Gef\u00fchlswelt zu zu wenden und f\u00fcr sie verantwortlich zu sein. <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Ich m\u00f6chte mich f\u00fchlen \u2013 meine Tiefen, den alten Schmerz auch die Verletzungen und die tiefe Liebe, meine Sensibilit\u00e4t, Verbundenheit und die Lebendigkeit meiner Seele \u2026 <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">(praktische Tipps dazu siehe Artikel: Vom Umgang mit dem inneren Kind)<\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Traumata<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">W\u00e4hrend ein Trauma entsteht &#8211; oft in nur wenigen Sekunden &#8211; wird unsere Seele fragmentiert. Der traumatisierte Teil ist dann innerhalb der Pers\u00f6nlichkeit nicht mehr mit den anderen Pers\u00f6nlichkeitsanteilen verbunden. In ihm werden Gef\u00fchle und Erinnerungen eingeschlossen und abgekapselt. Ein anderer Pers\u00f6nlichkeitsanteil bewacht diese Abspaltung gut und ein weiterer Anteil versucht normal weiter zu leben. So kann man sich das vereinfacht vorstellen. Das ist eine gut funktionierende und \u00fcberlebenswichtige Strategie unserer Pers\u00f6nlichkeit. Ein Trauma kann sich in uns, \u00e4hnlich wie unterdr\u00fcckte Gef\u00fchle als Depression bemerkbar machen. Vor allem, wenn mit zunehmenden Alter (40 aufw\u00e4rts) die Vitalkr\u00e4fte nachlassen oder noch weitere Schicksalsschl\u00e4ge hinzukommen, dann brauchen wir viel Kraft, die uns jedoch nicht mehr so zur Verf\u00fcgung steht. Neben vielen anderen Symptomen, k\u00f6nnen Ersch\u00f6pfung, Schwere, Unlust und Antriebslosigkeit uns das Leben dann schwer machen.<\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Century Gothic,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Mit einem Trauma sollten wir uns immer in die H\u00e4nde eines erfahrenden Therapeuten begeben. Hier ist zum Beispiel eine k\u00f6rperbezogene Therapie sehr hilfreich. Wenn unsere Seele ihre alten Erinnerungen und Gef\u00fchle frei gibt, sollten wir damit nicht allein sein, sondern den Halt, die Liebe und die Unterst\u00fctzung von Au\u00dfen bekommen, die uns w\u00e4hrend der traumatisierenden Erfahrung gefehlt hat.<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\">Transgenerative Traumata &#8211; siehe Artikel <strong>Systemische Belastungen<\/strong> &#8211;<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.systemische-praxis-potsdam.de%2Fjudithmuecke%2F2015%2F08%2Fdepression-teil-ii-seelische-unterdrueckung%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einer Depression nehme ich auf der Gef\u00fchlsebene meiner Klienten einen oder mehrere der folgenden drei Aspekte wahr: Trauer, Traurigkeit oder seelischer Schmerz werden absichtlich unterdr\u00fcckt und verdr\u00e4ngt, bis sie nicht mehr gef\u00fchlt werden Schock, pl\u00f6tzlicher Verlust oder ein zu gro\u00dfer seelischer Schmerz haben sich als Trauma abgespalten und abgekapselt unverarbeitete Ereignisse aus der Familie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=369"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":373,"href":"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369\/revisions\/373"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=369"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=369"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.systemische-praxis-potsdam.de\/judithmuecke\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=369"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}